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Aus dem Jahresbericht 2015

Infektionsschutz hat höchste Priorität

Von der sachgerechten Desinfektion der Hände bis zum Bau neuer Klinikgebäude – das Themengebiet, mit dem sich das Team um Privatdozent Dr. med. Klaus Schröppel befasst, ist sehr umfassend. „Da sämtliche Arbeitsabläufe im Krankenhaus einen Bezug zur Hygiene besitzen, sind wir für alle Prozesse zuständig, außer für die direkte medizinische Betreuung der Patienten selbst“, sagt der leitende Krankenhaushygieniker der UMM.

„Bei der Planung medizinischer Gebäude achten wir zum Beispiel auch darauf, dass streng getrennte Flächen für reine und für unreine Arbeitsabläufe vorgesehen werden.“ Der habilitierte Mediziner und Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie leitet seit Juli 2015 die neu eingerichtete Stabsstelle für Krankenhaushygiene am Klinikum. Direkt bei der Geschäftsführung angesiedelt, verfügt die Einheit über höchste fachliche Unabhängigkeit und Durchsetzungskraft rund um das Hygienemanagement im Krankenhaus. Sie sorgt dafür, dass die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Infektionsprävention in den hygienischen Strukturen und Prozessen des Klinikums umgesetzt werden.

Intensiver Austausch

Die Stabsstelle unterstreicht den hohen Stellenwert der Hygiene am Klinikum. Sie führt die Krankenhaushygieniker und Hygienefachkräfte, die zuvor am Institut für Mikrobiologie und Hygiene angesiedelt waren, an zentraler Stelle zusammen. Zudem wurde das Fachpersonal aufgestockt. Derzeit sind der Einheit 2,5 ärztliche Stellen fest zugeordnet; darüber hinaus gehören fünf speziell ausgebildete Hygiene fachkräfte zum Team; im Laufe des Jahres 2016 kommen zwei weitere Mitarbeiter hinzu. „Durch die Neuorganisation und die bessere personelle Ausstattung können wir die Aufgaben der Krankenhaushygiene noch gezielter und mit mehr Nachdruck wahrnehmen“, sagt Dr. Schröppel.

Die Stabsstelle Krankenhaushygiene steht in engem Kontakt mit Ärzten und Pflegekräften auf den Stationen – und dort insbesondere mit den insgesamt rund 100 hygienebeauftragten Ärzten und Pflegekräften, damit die medizinischen Dienstleistungen höchsten Standards in puncto Infektionsschutz entsprechen.

Bei regelmäßig statt findenden Hospitationen, Visiten und Begehungen im gesamten Klinikum prüft das Hygieneteam unter anderem, ob im Arbeitsalltag alle Vorgaben umgesetzt werden. Zudem sensibilisiert es die Mitarbeiter für das Thema Infektionsprävention, führt Fortbildungen durch und betreut die Ausbildung zusätzlicher Fachkräfte. Auch die Vorbereitung auf den Ernstfall einer Verbreitung von Erregern sowie das effiziente Management der Krisensituation gehören zu den Aufgaben der Stabsstelle. Ein intensiver Informationsaustausch verbindet die Einheit mit dem Gesundheitsamt, das unter anderem immer wieder zu den Hygienebegehungen und -visiten im Krankenhaus eingeladen ist.

Hygienedaten auf einen Blick

Die UMM setzt künftig auch auf die Unterstützung durch innovative Informationstechnologie. Das Klinikum hat mit dem Test einer neuentwickelten Software für das Hygienemanagement begonnen, die erstmals alle hygienerelevanten Daten aus dem bestehenden Krankenhausinformationssystem bündelt. Auf diese Weise lassen sich die Hygienemaßnahmen im gesamten Haus transparent steuern und exakt verfolgen. Ab Sommer 2016 sollen die ersten Stationen mit dem neuen Hygienemanagementsystem arbeiten. 

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